Buchrezension: Mütter der neuen Zeit

Mütter der neuen Zeit Cover

Mütter der neuen Zeit - Wir plädieren für eine kindgerechte Entwicklung

Krippe und Kindergarten oder doch eher zuhause betreuen und den eigenen Weg gehen? Fernab von den gesellschaftlichen Erwartungen ganz auf das Kind konzentriert – ganz kindzentriert. Diese und andere Fragen stellen sich die Mütter in diesem Buch und waren auf der Suche nach einer ausgewogenen Betreuung für ihre Kinder. Eine kritische Auseinandersetzung, mit der heute so hoch angepriesenen außerfamiliären Betreuung ist ein großer Bestandteil dieses Buches. Es ist eine große Bereicherung und Bestärkung für alle Mütter und Väter, die nicht den konventionellen Weg mit ihren Kindern gehen möchten. Für Eltern, die verunsichert sind und Strukturen hinterfragen möchten, die in unserer Gesellschaft gang und gäbe sind – Thinking outside the Box. 

21 Mütter, darunter kommen auch Erzieherinnen zu Wort, sowie andere Experten, wie Hebammen, Stillberater, Tagesmütter, Waldorflehrer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Frauenärzte, Hirnforscher und Kinderärzte. Sie alle möchten anderen Müttern ihre Erfahrungen und ihr eigenes Wissen mit auf den Weg geben und dazu ermutigen, auf ihre Intuition zu hören und auf ihr Kind zu schauen. 

"Du bist genau die richtige Mama für deine Kinder. Du bist genug. Deshalb ist es auch dir möglich, deine Kinder selbst zu betreuen." Dorothee Dätwyler, Familienpflegerin, Referentin und Familiencoach.

 

Für was stehen die Mütter der neuen Zeit?

All diese Frauen haben eines gemeinsam: sie haben, als sie Mütter wurden auf ihr Bauchgefühl gehört, sind zwischenzeitlich auch wieder von ihrem Weg abgekommen und haben letztendlich für sich und ihre Familie einen Weg finden können, der für alle tragbar ist. Sie stehen dafür ein, dass Kindern wieder ermöglicht werden kann, eine gute und tiefe Bindung zu den Eltern aufbauen zu können, viel Zeit miteinander zu verbringen, anstatt sie schon mit wenigen Monaten in die außerfamiliäre Betreuung zu geben. Dies ist ihr Herzenswunsch. 

"Ich möchte miterleben, wie meine Kinder groß werden, ihnen selbst zeigen, was die Welt wirklich ausmacht. Ich möchte es meinen Kindern ermöglichen, in ihrer vertrauten Umgebung zu lernen, zu lieben und geliebt zu werden, zu forschen, sich nach ihrem Tempo zu entwickeln, Geborgenheit zu erfahren, Stabilität zu entwickeln, individuell zu reifen und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden." Lydia Islami, Erzieherin.

 

Welche Probleme hatten sie auf ihrem ausgewählten Weg?

Die gesellschaftlichen, politischen und finanziellen Erwartungen, das schnelle Wachstum der Ökonomie sowie die nicht anerkannte sowie wertgeschätzte Aufgabe als Wegbegleiter ihrer Kinder machte es diesen Müttern nicht immer einfach auf ihrem Weg zu bleiben. Viele mussten ihren eingeschlagenen Weg neu überdenken, sich neu fokussieren und noch einmal tief in ihr Herz schauen, um sich nicht von ihrem Herzensweg abbringen zu lassen. Die Zerrissenheit zwischen den vielen Erwartungen an sie selbst und den Bedürfnissen ihrer Kinder bereitete diesen Müttern so einige Sorgen und führte mitunter auch zu Überforderung durch ein fehlendes Netzwerk mit anderen Bezugspersonen.

Mit Vorwürfen, dass sie ihren Kindern die Förderung und die Spielkontakte in einer Kita vorenthalten würden, hatten sie unter anderem zu tun. Doch wussten sie darum, dass Kinder nur dann "gefördert" werden können, wenn sie eine optimale Begleitung einer festen Bezugsperson erhalten, was bei dem heutigen Betreuungsschlüssel so gut wie nie eingehalten werden kann. Weiterhin wussten diese Mütter, dass Lernen aus einer intrinsischen Motivation heraus geschieht, ohne Vorgaben von Außen.

...daran können wir ablesen, dass es keiner speziellen Erziehungsprogramme für Kinder bis zum siebten Lebensjahr bedarf, die sich Spezialisten in Theorien ausdenken. Ein natürliches, heiteres, bewegungsfreudiges, spielintensives Alltagsleben mit durchschaubaren Handlungsabläufen ist jedem Spezialförderungsprogramm vorzuziehen." Heidrun Hamel, Pädagogin und Psychotherapeutin.

Mütter der neuen Zeit Rückseite

Was wünschen sich die Mütter der neuen Zeit von der Gesellschaft und Politik?

Eine gerechte Anerkennung und Entlohnung (Betreuungsgehalt) der Care-Arbeit, die sie 24/7 leisten. Eine finanzielle Wahlfreiheit, um die eigenen Kinder selber zu betreuen, denn Kinder brauchen ihre Eltern, vor allem in den ersten so wichtigen Lebensjahren. Wertschätzung dieser gesellschaftlich relevanten Arbeit und nicht zuletzt eine gerechte Chance, damit Kinder eine gute Bindung zu ihren Eltern aufbauen können.

"Nur, wer dankt den Müttern, die sich voll und ganz auf die natürlichste, wichtigste und verantwortungsvollste Aufgabe konzentrieren und der Gesellschaft mündige, gesunde Menschen schenken? Wer erkennt die Ironie der Verhältnisse, dass heute die Mutter einerseits ihr Kind einer anderen Frau anvertraut, damit sie Geld verdienen kann, um andererseits diese Fachkraft zu bezahlen..." Lydia Islami, Erzieherin.

 

Weitere Themen im Buch:

  • selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt
  • energetische Verbindung zwischen Mutter und Kind
  • Hebammen am Limit
  • die Bedeutung des ersten Jahrsiebt
  • Elterngeld - ungleicher "Lohn" für gleiche Arbeit
  • auferlegte Glaubensmuster und Denkweisen

 

Zum Abschluss noch ein Zitat der Herausgeberin Sabine Mänken:

"Es geht darum, aus tiefstem Herzen erkennen zu lernen, was Kinder wirklich brauchen, wenn wir sie nicht als Festplatten verstehen wollen, die von außen bespielt und programmiert werden müssen, sondern bereit sind, in der Einzigartigkeit ihrer seelischen Fähigkeiten das Wunder der Welt zu erblicken. Kinder wünschen sich, in dieser Einzigartigkeit gesehen zu werden. Dafür braucht es dich, liebe Mama, oder eine verbindliche Beziehung zu wenigstens einem Menschen, der diese Verantwortung zu tragen bereit ist."

 

Auch ich zähle mich zu den Müttern der neuen Zeit, denn auch ich hinterfrage die als "normal" geltenden Strukturen in unserer heutigen Gesellschaft. Passend hierzu möchte ich euch meinen Blogbeitrag "Warum wir kitafrei leben (wollen)" verlinken. 

"Mütter der neuen Zeit"* ist am 15. Oktober 2020 im Neue Erde Verlag erschienen.

Hier findet ihr die Mütter der NEUEN ZEIT auf Facebook und Instagram.

Fühlst auch du dich als Mutter der neuen Zeit? Hinterlass mir dazu doch gerne einen Kommentar!

Sabine Mänken

Sabine Mänken, Herausgeberin dieses Buches ist Mutter dreier Kinder. Sie ist Diplom Volkswirtin und zertifizierte Biographieberaterin. Sie war 2 Jahre stellvertretende Vorsitzende vom Verband Familienarbeit, ist Netzwerkerin und hält Vorträge. Dieses Buch schenkte ihr die Inspiration für eine Bewegung "Mütter der NEUEN ZEIT", die sich über die sozialen Netzwerke und ihre Botschafterinnen formiert.
"Es ist das Recht des Kindes, selbst sichtbar machen zu dürfen, wann und in welchem Umfang es die sichere Bindung verlassen kann. Dafür braucht es Eltern, die bereit sind, die individuelle Entwicklung ihres Kindes wahrzunehmen."

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