Die Gefahren der Gleichaltrigenorientierung

jungetreppe

Vielleicht kennst du es: dein Kind hat sich auf einmal verändert. Es ist nicht mehr so gesprächsbereit, wie es einmal war. Es macht und tut das, worauf es gerade Lust hat, ohne Rücksicht auf andere. Es scheint emotional verhärtet und abweisend zu sein. Es lässt sich schlicht gesagt nicht mehr von euch als Eltern lenken oder beeinflussen. In Gordon Neufelds (klinischer Psychologe) Buch “Unsere Kinder brauchen uns” geht es genau um solche Kinder. Er warnt davor, dass Kinder ihre Werte, ihre Identität und ihre Verhaltensweisen immer mehr von Gleichaltrigen lernen und übernehmen, statt von uns Erwachsenen. Welche Probleme damit einhergehen und was das für uns Eltern bedeutet, fasse ich in dieser Blogserie zusammen.

Unter dem Wort Gleichaltrigenorientierung ist die Bindung zwischen unseren Kindern zu verstehen. Sie binden sich aneinander, weil wir Erwachsenen physisch und manchmal auch psychisch nicht mehr greifbar für sie sind. Dabei sollte die Bindung zu uns Eltern die Stärkste sein. Die Gleichaltrigenorientierung tritt ein, wenn die Bindung zwischen uns Eltern und unseren Kindern nicht mehr stabil genug ist - wenn wir sie z. B. zu früh in die Fremdbetreuung geben. Was Bindung ist kannst du hier ausführlich nachlesen. Ohne Bindung können zwischenmenschliche Beziehungen nicht gut funktionieren - sie ist unerlässlich. In der Bindungsforschung erkannte man bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, dass sie für ein gesundes psychisches Wachstum eine wichtige Schlüsselrolle spielt. Vor allem unsere Kinder benötigen sie, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Ohne Bindung fühlen sie sich orientierungslos. Und auch wenn Kinder einen genetisch bedingten Drang nach Bindung haben, ist nirgends im Gehirn ein Grundmodell von einem Elternbild verankert. Das Gehirn ist lediglich darauf programmiert eine Orientierung zu finden, eine Bindung aufzubauen und diesen Kontakt aufrecht zu erhalten, um sich sicher zu fühlen. Das geschieht am besten bei uns Eltern, denn nur wir sind reif genug, um dem Kind emotionale Stabilität zu geben. Geben wir unser Kind zu früh in die Krippe, brechen wir die stabile Bindung zu uns ab und es wird genötigt sich an den Gleichaltrigen zu orientieren. Um aus dieser Orientierungslosigkeit wieder heraus zu kommen, muss es sich an die Gleichaltrigen binden. Auch wenn es den Anschein hat, dass das Kind gut in der Kita zurecht kommt, weil es nicht weint wenn die Mutter geht, kann eine erhöhte Konzentration des Stresshormons Cortisol nachgewiesen werden.

Der wirtschaftliche Wandel der letzten Jahrzehnte hat uns dazu gebracht unsere Kinder aus den Augen zu verlieren. Kinder verbringen immer mehr Zeit mit anderen Kindern in der Krippe oder im Kindergarten anstatt mit ihren Eltern. Auf die individuellen Bindungs- und Entwicklungsbedürfnisse können wir nicht mehr genügend eingehen und die Kinder bleiben auf der Strecke. Da wir heute als Eltern unter hohem gesellschaftlichem Druck stehen für finanzielle Sicherheit zu sorgen, kommen die emotionalen Bedürfnisse der Kinder zu kurz. Qualitativ hochwertige Kitas können leider unzureichende Betreuungsschlüssel und unzufriedenstellende Standards nicht ausgleichen. Wenn wir unsere Kinder also in eine Kita geben, ohne, dass sie sich sicher an eine Erzieherin binden konnten, so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich an den noch unreifen Gleichaltrigen zu orientieren - sie als Vorbilder zu nehmen. Braucht ein Kind gerade den Trost seiner Bezugserzieherin, weil es sich beispielsweise verletzt hat, und diese wird aber gerade von einem anderen Kind beschlagnahmt, hat es keine andere Wahl, als sich an die noch unreifen Gleichaltrigen zu binden. Bleibt also eine emotionale Verbindung zur Erzieherin aus, so leidet das Kind doppelt: getrennt von den Eltern und zurückgelassen bei Menschen, die es von Natur aus instinktiv ablehnt, weil es nicht an sie gebunden ist. Wir legen bereits im Kindergartenalter den Grundstein für die Gleichaltrigenorientierung. Dabei brauchen Kinder Umgang mit allen Altersgruppen, verbringen aber die meiste Zeit ihrer Kindheit mit den noch unreifen Gleichaltrigen und übernehmen deren Werte.

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Kinder müssen immer früher selbständig werden, wofür sie aber noch viel zu unreif sind. Sie sollen sich selber beruhigen, sich selber anziehen, selbständig essen und sich selber beschäftigen. Wir wissen aber, dass Kinder dann zu selbständigen und geistig gesunden Erwachsenen werden, wenn wir auf ihre Bedürfnisse, wie Trost und Körperkontakt fürsorglich eingehen. Wenn wir sie zur Unabhängigkeit ermutigen sie aber nicht dazu drängen und ihnen immer Rückhalt geben.

"Um Unabhängigkeit zu fördern, müssen wir zunächst zur Abhängigkeit einladen…"

Diese Entwicklung, zu einem eigenständigen Menschen, überdauert die gesamte Kindheit und geht vielleicht auch über die Teenagerzeit hinaus. Drängen wir unsere Kinder in die Unabhängigkeit, so wird es sie in die Arme der Gleichaltrigen treiben. Währenddessen wir unsere Kinder im Babyalter noch zur Abhängigkeit einladen, kommt uns später das moderne Unabhängigkeitsdenken im Kleinkindalter in die Quere. Das Kind soll möglichst alles alleine machen. Es wird lediglich das gefördert, was von den Erwachsenen als Unabhängigkeit angesehen wird. Damit fördern wir lediglich die Unabhängigkeit von uns Eltern, aber nicht die wahre Unabhängigkeit vom Kind. Das Kind bindet sich nun an seinesgleichen und ist von da an abhängig von ihnen. Wahre Unabhängigkeit hat etwas mit der Reifeentwicklung des Kindes zu tun - sie geschieht ganz automatisch, auch ohne Druck.   

Die Reifeentwicklung hat ihren Ursprung in der Bindung. Wird das Hauptbedüfnis nach Bindung gestillt, ist Reifeentwicklung überhaupt erst möglich. Erst wenn wir unseren Kindern konstant fürsorgliche Zuwendung und bedingungslose Liebe geben, startet das " Programm", als eigenständiger Mensch lebensfähig zu werden. 

"Viele Erwachsene sind nicht zur Reife gelangt – sie haben nicht gelernt  unabhängige, eigenmotivierte, eigenständige Persönlichkeiten zu sein, die in der Lage sind, sich um ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse zu kümmern und die Bedürfnisse anderer Menschen zu respektieren".

Laut Neufeld gibt es 6 Bindungsstufen, die beschreiben, wie sich unsere Kinder in den ersten 6 Lebensjahren an uns oder auch an die Gleichaltrigen binden. Diese Bindungsarten helfen uns unsere Kinder besser zu verstehen.

 Bindung an die Mutter/Vater Bindung an die Gleichaltrigen
In der 1. Bindungsstufe bindet sich dein Baby über seine Sinne an dich. Es erkennt deine Stimme wieder, die es schon die ganze Zeit in deinem Bauch von dir hören konnte. Beim Stillen kann es dich schmecken, riechen, sehen und deine Haut fühlen. Dein Baby wird von nun an protestieren wenn euer Körperkontakt abbricht. Es wird alles in seiner Macht stehende tun, um mit dir in Verbindung zu bleiben. Und genauso ist es bei Kindern mit Gleichaltrigenorientierung. Sie wollen immer zusammen sein und in Kontakt bleiben, komme was wolle. Ihnen ist nichts wichtiger als diejenigen, an die sie sich gebunden haben. 
In der 2. Bindungsstufe geht es um die Bindung über die Gleichheit. Dein Baby fängt an dich nachzuahmen, um deine Art und Ausdrucksweise anzunehmen. Es möchte sich mit dir identifizieren – mit dir vereint sein. Kinder mit Gleichaltrigenorientierung möchten sich nicht mehr mit uns Eltern identifizieren, sondern eher mit Pop-Idolen, Sportmannschaften, Klassenkameraden oder Schauspielern. Nicht wir Eltern stehen an erster Stelle, sondern all die anderen Persönlichkeiten, die in der Welt der Gleichaltrigen gerade „in“ sind.
Zu der 3. Bindungsstufe gehört die Zugehörigkeit und die Loyalität. Sie tritt ebenfalls erstmals im Kleinkindalter auf. Dein Kind stellt Besitzansprüche an dich als Mutter, an den kleinen Bruder oder auch an den heißgeliebten Teddybären. Es möchte sich vor Verlust dieser für ihn wichtigen Dinge schützen. Aus Zugehörigkeit entsteht Loyalität. Dein Kind wird treu und folgsam zu dir stehen. Es möchte dir immer nahe sein. Das Kind mit Gleichaltrigenorientierung wird auch alles Mögliche tun, um sich vor dem Verlust  der anderen Kinder zu schützen, an die es sich gebunden hat. Es möchte seinen Freund besitzen und ist zutiefst verletzt, wenn dieser nicht mehr sein bester Freund sein möchte. Wenn die Bindung des Kindes sich ändert, dann ändert sich auch sein Zugehörigkeitssinn und seine Loyalität dementsprechend.
In Stufe 4 bindet sich dein Kind über die Bedeutsamkeit, über das Gefühl, jemanden wichtig zu sein. Diese Stufe zeigt sich im 3.-4. Lebensjahr, wo dein Kind ganz darauf aus ist anerkannt zu werden und zu gefallen. Dein Kind möchte von dir so genommen und geschätzt werden wie es ist. Es ist höchst empfänglich für negative Äußerungen und abwertende Blicke. Dein Kind möchte dir etwas bedeuten. Und genau da liegt das Problem, wenn sich dein Kind an die Gleichaltrigen orientiert hat. Da die Bindungen untereinander so wackelig sind, weil unsere Kinder noch viel zu unreif für echte und andauernde Freundschaften sind, kommt es hier regelmäßig zu psychischen Verletzungen. Ein missbilligender Blick, ein schroffes Wort oder eine aggressive Geste kann zu schweren Kummer und Leid führen, wenn es von den Gleichaltrigen kommt, an die sich dein Kind gebunden hat.
In Stufe 5 bindet sich dein Kind über das Gefühl. Es nimmt Gefühle von Zuneigung, Liebe und Wärme wahr. Wenn du deinem Kind diese Gefühle entgegengebracht hast, kann es Trennungen von euch Eltern besser verkraften und sich auch über weitere Entfernungen mit euch verbunden fühlen. Es wird euch auch bei Abwesenheit immer als liebevolle Eltern im Geiste mit sich führen. Euer Kind schenkt euch in dieser Bindungsstufe euer Herz und ist somit äußerst verletzlich. Kinder, die sich an ihren Eltern orientieren und binden, sind emotional offener und lassen Nähe besser zu. Hat sich euer Kind aber nun an die Gleichaltrigen orientiert, gehört sein Herz nicht mehr euch sondern ihnen. Und damit ist die Gefahr verletzt zu werden erhöht. Denn die noch unreifen Gleichaltrigen nehmen keine Rücksicht auf Gefühle. Sie können ablehnen, zurückweisen, tyrannisieren und mobben. Wenn euer Kind schon in jüngsten Jahren mit Ablehnung und Verlassenheit konfrontiert wurde, wird es sich emotional verschließen, um nicht verletzlich zu sein. Es wird „cool“.
In der letzten Stufe bindet sich euer Kind über die Vertrautheit. Es fühlt sich mit euch vertraut und nahe, wenn ihr es so akzeptiert und wertschätzt, wie es ist. Kinder, die sich an ihren Eltern orientieren haben sehr ungern Geheimnisse vor ihnen, weil sie die Befürchtung haben, dass sie dadurch Nähe zu ihnen verlieren. Unter den Gleichaltrigen wird es zur Gefahr sich Geheimnisse anzuvertrauen. Man macht sich angreifbar und verletzlich. Diese Bindungsstufe tritt unter den Gleichaltrigen am seltensten auf. Viel zu hoch ist das Risiko, jemanden sein Geheimnis anzuvertrauen und daraufhin vielleicht auf Ablehnung und Missverständnis zu treffen. Dies ist auch der Grund warum viele Erwachsene nie über ihre tiefsten Sorgen und Ängste in Beziehungen sprechen.

Unsere Kinder streben immer nach Verbindung. Die wichtigste und beste Verbindung ist und bleibt die zu uns Eltern. Entwickelt sich das Kind gesund und ist stark an uns Eltern gebunden, verflechten sich alle 6 Bindungsstufen zu einem Bindungsgefüge. Kinder, die sich an Gleichaltrige binden, können nicht ihr volles Bindungspotential entwickeln. Sie bleiben eher bei der primitivsten und ungefährlichsten Bindungsstufe - die Bindung über die Gleichheit. Sie streben danach, den anderen so ähnlich wie nur möglich zu sein: gleiche Interessen zu haben, die selbe Musik zu hören und denselben Kleidungsstil zu haben.

Es liegt also an uns Eltern die Bindung zu unseren Kinder zu stärken und sie auf ihrem „Bindungsweg“ zu begleiten, so gut wir nur können.

In der nächsten Blogserie werde ich etwas über den Gegenwillen unserer Kinder schreiben, der sich zunehmend verstärkt, wenn sich unsere Kinder an die Gleichaltrigen binden.
"Der Gegenwille ist ein instinktiver, automatischer Widerstand gegen jeden gefühlten Zwang. Er wird ausgelöst, wenn wir uns kontrolliert oder unter Druck gesetzt fühlen, jemand anderem zu gehorchen. Er hat seinen dramatischsten Auftritt im zweiten Lebensjahr, der "Trotzphase"."

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8 thoughts on “Die Gefahren der Gleichaltrigenorientierung

  1. Liebe Melanie, das ist ein toller Artikel, der so klar macht, was in unseren Kindern vorgeht. Genau, diese Gleichaltrigenorientierung ist eine große Gefahr. Wir denken, unsere Kinder werden reif, lösen sich von uns, dabei sind sie nur darauf angewiesen, sich zu binden. Wenn kein Erwachsener zur Verfügung steht, dann sind es eben Gleichaltrige. Die Gefahr ist eindeutig: Kinder sind brutal. Sie können sich nicht einfühlen. In dem Alter ist schon so manche Seele zerbrochen. Wie Du schreibst fängt Mobbing bereits im Kleinkindalter an. Wenn auch nicht absichtlich, nicht mit Vorsatz der kleinen Seelen. Sie sind ja alle eben noch klein und unreif. Drum ist es mir so sehr wichtig, für mein Kind selbst und ständig da zu sein. So kann er wirklich reif werden, in seinem Tempo. Wenn er mich braucht, bin ich da. Das fühlt sich für mich / uns natürlich an. Alles Liebe, Deine Jenn PS. Freue mich auf den Gegenwillen-Artikel. ;-))

    1. Hallo Jenn, vielen Dank für deine Worte.
      Ja du hast völlig recht, dass Kinder nicht absichtlich mobben und tyrannisieren, denn sie kommen IMMER unschuldig zur Welt. Sie werden zu „Tyrannen“ gemacht, weil falsch mit Ihnen umgegangen wurde oder auch, weil sie damit ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen möchten. Und das muss man sehen und erkennen. Lg Mel

    1. Hallo Wibke, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde es auch sehr wichtig auf das Thema Gleichaltrigenorientierung aufmerksam zu machen. Ich fand das Buch echt sehr bereichernd und möchte neugierig darauf machen. Dir noch einen schönen Sonntag. Lg Mel

  2. Hallo,
    ganz toller Artikel, den ich voll inhaltlich teile!
    Gerne hätte ich gewusst, ob es zu diesem Thema einen Artikel oder auch ein Buch in italienischer Sprache gibt. Mein Lebensgefährte ist Italiener und leider ist es in Italien inzwischen „Tradition“ bzw. vom gesetzlichen her ein Muss, dass man bereits nach fünf Monaten ins Berufsleben zurück kehrt und die Kinder in eine Kita gibt. Ich sehe diese Entwicklung als schwierig an und bin es irgendwie auch leid, erklären zu müssen, wieso ich bei den Kindern zu Hause bleibe und erst später wieder arbeiten gehe. Deswegen hätte ich gerne meinem Mann etwas in diese Richtung zu lesen gegeben.
    Danke für die Auskunft.
    Elisabeth

    1. Hallo Elisabeth. Schön, dass dich der Artikel anspricht und du selber auch spürst, dass es für die Kleinen am Besten ist, solange wie nur möglich bei ihren Eltern zu bleiben! Ich konnte einen Link zu dem Buch in italienisch ausfindig machen. Schau mal hier: http://www.buch.ch/shop/home/artikeldetails/i_vostri_figli_hanno_bisogno_di_voi_perch_i_genitori_oggi_contan/gabor_mat/ISBN88–9517753-3/ID26255513.html

      Es wird die Sicht deines Lebensgefährten auf jeden Fall positiv beeinflussen! Alles Gute und liebe Grüße. Mel

  3. Hallo, vielen Dank für diesen Artikel!
    Er war augenöffnend für mich.
    Mein Kind (4 1/2) geht zwar nicht in den Kindergarten, hat es aber im Alltag mit mir und einem kleinen Geschwisterchen nicht leicht.
    Ich bin mitten im „Mütter-Burnout“ und emotional für ihn deshalb schon lange ganz schlecht greifbar. Inzwischen versucht er seine Freunde exakt nachzuahmen, obwohl er vorher ein eigenständiger Charakter war.
    Er verhält sich genau wie oben beschrieben. Ich könnte wirklich heulen wenn ich das jetzt im Hinblick auf den Artikel sehe…
    Wie kann ich nur wieder an unsere Bindung anknüpfen? Ihm die nächste Stufe erleichtern, vielleicht indem ich ihn mehr „sehe“? Mehr anerkenne?
    Ich bin fix und fertig…

    1. Liebe Mina, fühl dich erst einmal gedrückt. Es ist sicherlich nicht einfach beide Kinder gleich viel zu „sehen“. Nun kenne ich eure familiäre Situation leider nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dein Sohn vielleicht mehr Aufmerksamkeit von dir bräuchte. Vor allem seit das neue Geschwisterkind da ist. Vielleicht kannst du ihm ja Exklusivzeit anbieten. Zeit nur für ihn, wenn das Geschwisterkind z. B. schläft oder mit dem Papa draußen ist. Es ist sicherlich nicht leicht, da du dich selber in einer Krise befindest. Du solltest auch auf deine Bedürfnisse achten. Dir Auszeiten gönnen, wo es nur möglich ist und dir Hilfe holen, bevor nix mehr geht! Vielleicht die Oma oder Nachbarin mit einspannen oder eine liebe Freundin. Schau einfach mal in deinem Bekannten- und Verwandtenkreis nach lieben Leuten, die dich unterstützen könnten.
      Nun weiß ich leider auch nicht, ob du deine Kinder nach alten Regeln erziehst oder ob du lieber mit ihnen in Beziehung bist. Falls Ersteres der Fall ist könntest du probieren auf unerzogen umzulenken, damit wird die Bindung auch wieder besser, wenn er spürt, dass du ihn so nimmst und akzeptierst, wie er ist. Schimpfen ist Gift für die kleinen Kinderseelen. Du bist ja schließlich die wichtigste Person in ihrem Leben und sie möchten von dir bedingungslos geliebt werden. Vielleicht wirst du hier fündig: http://www.unerzogenleben.com ! Oder schau mal in meine Liste: http://www.kleinermensch.net/empfehlenswerte-webseiten-buecher-videos-und-links/
      Falls du noch Fragen hast kannst du dich gern bei mir melden.
      Alles Liebe Mel

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