Schlaf schön mein Baby – Einschlafbegleitung ist wichtig!

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Ein Telefonat, das ich vor kurzem mit einem Verwandten hatte:

Ich: “Ein bisschen mehr Schlaf könnte ich gebrauchen. Manchmal ist es so, dass wenn der Eine eingeschlafen ist der Andere dann aufwacht. Das ist schon etwas anstrengend!”

Er: “Na und mal feste Schlafenszeiten einführen? Das könnte doch helfen!”

Ich: “Was bei einem Baby? Ich lasse ihn doch nicht schreien!”

Er: lacht

In dem Moment als ich das sagte, lächelte mich mein 8 Wochen altes Baby an. Er strahlte über beide Backen, als hätte er verstanden, was ich da gerade gesagt habe.

Ich: “Du hättest gerade mal sein Lächeln sehen müssen. Ich kann ihn doch nicht schreien lassen!” Thema beendet.

ICH wurde schreien gelassen. Es war der bequemste Weg für meine Eltern und sie hatten nach ein paar Nächten ein kleines Baby, welches durch schlief. Ich hatte aufgegeben und sie hatten ihre ruhige Nacht! Aber ist es das wert?

Stell dir vor du bist alt und landest in einem Pflegeheim. Du kannst nicht mehr laufen, sprechen und nur durch weinen und schreien auf dich aufmerksam machen. Wie würdest du es finden, wenn keiner kommt und auf deine Bedürfnisse eingeht? Würdest du dich wertvoll und angenommen fühlen? Hättest du das Gefühl genau hier am richtigen Ort zu sein, mit Menschen die sich liebevoll um dich kümmern? Ich denke nicht.

 

Babys sind noch auf Urzeit “programmiert”. Sie wissen nicht, dass wir in warmen, vor Säbelzahntiger geschützten Wohnungen leben. Sie brauchen die Sicherheit, dass jemand in der Nähe ist, der sich um sie kümmert. Ihnen die Geborgenheit, Nähe und Liebe gibt, die sie brauchen. Und der all ihre Bedürfnisse so schnell wie nur möglich befriedigt. Sei es das Bedürfnis nach Nahrung, Wärme, Hautkontakt. Vielleicht hat es auch einfach nur eine volle Windel, die es gewechselt haben möchte. Wer liegt schon gern in seinen Exkrementen herum? Vielleicht hat dein Baby auch Koliken und braucht genau jetzt deine Hilfe, sich von den Schmerzen zu befreien oder es muss ein Bäuerchen machen wird aber nicht hochgenommen.

WIR haben uns für unser Baby entschieden. Ob es nun geplant war oder auch nicht. WIR tragen die Verantwortung dafür, dass es sich wohl und sicher fühlt. Nur WIR können ihm in seinen unbehaglichen Momenten helfen - es durch unsere Anwesenheit in den Schlaf begleiten.

Lassen wir unser Baby schreien, verliert es sein Urvertrauen in uns und in die Welt. Wenn es nicht mehr schreit und ruhig ist, heißt das nicht, dass es verstanden hat alleine einzuschlafen, sondern es hat resigniert und hat vor Erschöpfung aufgegeben. Wie traurig!

Babys haben auch noch kein Zeit- und Raumgefühl. Für sie sind Sekunden eine Ewigkeit und sie wissen nicht, dass Mama gleich nebenan ist.

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Als ich noch keine Kinder hatte, dachte ich auch immer, dass es normal ist Kinder schreien zu lassen. Hätte ich bestimmte Bücher (siehe unten) nicht gelesen, hätte ich mein erstes Kind und vielleicht auch mein zweites Kind geferbert. So weit verbreitet ist der Gedanke, wie man mit seinen Herzstücken umgehen sollte. Doch glücklicherweise kam es anders. Darum bin ich froh.

Und auch wenn die Nächte anstrengend sein können, ich werde es wahrscheinlich überleben. Wenn ihr nicht mehr könnt, holt euch vielleicht Hilfe. Lasst den Partner mal eine Nachtschicht übernehmen. Er kann genauso gut Fläschchen geben, sollte euer Kind diese annehmen. Legt euch so oft es geht mit hin und lasst den Haushalt Haushalt sein. Eure Kinder werden sich später nicht an eine aufgeräumte Wohnung erinnern, sondern daran, ob Mama gut drauf war. Und das geht natürlich nur, wenn man ausgeruht genug ist.

 

Was passiert mit Babys die schreien gelassen werden?

Im Körper werden dabei Hormone ausgeschüttet. Unter anderem Adrenalin und Cortisol (Stresshormon). Über einen längeren Zeitraum hinweg kann diese Hormonausschüttung zu Gesundheitsproblemen, wie Immunschwäche und zu vermehrten Infektionen führen. Auch kann die Lernfähigkeit und das Wachstum beeinträchtigt werden. Depressionen, Schlaf- und Angststörungen können die Folgen sein. Weiterhin wird die Empathiefähigkeit negativ beeinflusst. Wer sollte schon Empathie entwickeln, wenn er sie selbst nicht erfahren hat?

Wünschen wir uns eine gute Bindung zu unseren Kindern, dann ist es unerlässlich, dass wir auf ihr weinen reagieren. Sie haben Todesangst, wenn sie allein gelassen werden. Wenn wir auch tagsüber auf ihre Bedürfnisse eingehen, warum sollten wir sie nachts dann auf einmal ignorieren? Warum sollten unsere Kinder alleine schlafen, wenn wir auch nicht alleine schlafen wollen?

 

Ich wünsche euch eine tolle Kuschelzeit mit euren Kindern!

 

Bücherempfehlung:

Jean Liedloff “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück”

&

Julia Dibbern “Geborgene Babys - Beziehung statt Erziehung”

Zitat: “Unbestrittene Tatsache ist, dass Babys ihren eigenen Stress nicht abbauen können - sie können sich nicht bewusst ablenken, wenn sie erregt sind. In dieser Situation produziert der Hypothalamus Signalstoffe, die zur Ausschüttung des Stresshormons Kortisol führen. In späteren Jahren reagiert das Hirn dann auf Stresssituationen entweder mit hormoneller Überproduktion (Ängste und Depressionen sind die Folge) oder mit Unterversorgung (emotionale Kälte und Aggression).”

 

Wenn ihr ein Schreibaby habt, dann holt euch Hilfe!

https://www.schreibaby.de/adressen-fuer-eltern-von-schreibabys/

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