Herzfokussierte Anregungen für eine tiefere Verbindung zu sich und seinen Liebsten

Hände Füße Baby Eltern

Meine vorherigen beiden Artikel betrafen das tief-verbundene Dasein hochsensibler Menschen und Eltern. Eine Situation voller Magie, Wunder, aber auch Heraus-forderungen. Aus diesem Grunde möchte ich hier zum Abschluss einige Ideen liefern, die Euch im Herzkontakt zu Euch selbst und Euren Liebsten unterstützen können. Die Herzverbindung ist für mich persönlich der Dreh- und Angelpunkt des glück-lichen Seins. Dabei steht die Verbindung zu uns selbst an erster Stelle, denn die Selbstliebe ermöglicht es uns erst mit unserer Umgebung in wahrhaftigen Kontakt zu gehen.

In meinem letzten Beitrag endete ich mit einem wundervollen Zitat zur Selbstliebe aus der Rede Charlie Chaplins anlässlich seines 70. Geburtstages.

(Lies hier den ganzen Beitrag:

Die gesamte Rede ist eine berührende Zusammenfassung unterschiedlicher Anteile der Selbstliebe und ich kann sie jedem ans Herz legen. Der Weg zu sich - und damit auch ins Leben - ist ein Wachstumsprozess, der, trotz aller Wachstumsschmerzen, das Potential für echte Zufriedenheit birgt.

Als hochsensible Person beginnt dieser Prozess sehr oft ganz weit vorne: In der Akzeptanz unseres Seins und den daraus resultierenden Besonderheiten im Alltag. Oft wird bereits früh durch Normen und Gesellschaft vermittelt, dass der kindlich-natürliche Zustand im Einklang mit Intuition und Feinsinnigkeit nicht real sei. Eine grundlegende Erschütterung des Glaubens an sich selbst und die eigene Wahrnehmung kann sich danach bis in das Erwachsenenalter durchziehen und den Zugang zum eigenen Herzen erschweren.
Love yourself Selbstliebe
Ich möchte Dir deshalb gerne 6 Übungen vorstellen, wie Du Deine Sensibilität in Dir ehren und Dir selbst mit mehr Achtung begegnen kannst:

1. Dinge, die Du an Dir magst

Wann hast Du Dir das letzte Mal die Zeit genommen, Dich wirklich anzuschauen? Ich meine den Blick nach Innen, sowie den Blick nach Außen. Versuch es einmal. Schau Dich 5 Min. an und stelle fest, welche Dinge Du an Dir magst. Egal, ob andere diese schon mal negativ bewertet haben oder die Gesellschaft ihre Meinung dazu hat. Tu es ganz für Dich - in DEINEM HERZEN. Vielleicht findest Du dann ein Lächeln für Deine Sensibilität und kannst ihr mit offenen Armen begegnen. Vielleicht sind es aber auch vielmehr Deine Augen oder Deine geduldige Art, vielleicht Dein kleiner Zeh oder Dein Humor. Wir alle haben Dinge an uns, die wir mögen und die es wert sind, JEDEN TAG betrachtet zu werden. Gesellschaftlich werden uns viele Wertungen und Kategorien vorgegeben, oftmals zählt nur das „Große“. Doch die wahre Schönheit liegt in den kleinen Details und diese formen das echte Leben.

2. Lass Deinen Bauch sprechen

Kennst Du sie auch? Diese leise (oder auch mal laute) Ahnung in Dir selbst, die sich so oft bewahrheitet hat und der wir dennoch so oft keinen Glauben schenken wollen. Ich habe mich in meiner persönlichen Entwicklung sehr viel mit unserer inneren Weisheit beschäftigt. Viele Situationen haben mich gelehrt, dass die Natur diese Gabe an jedes Lebewesen weitergegeben hat, um nicht nur einen optimalen Selbstschutz zu ermöglichen, sondern vielmehr JEDEM die Chance zu bieten in seiner persönlichen Harmonie zu leben. Leben wir entgegen unserer inneren Weisheit, dann erschaffen wir ein Spannungsfeld mit anstrengenden Konsequenzen für uns. Doch im ersten Schritt müssen wir erstmal lernen unser Bauchgefühl wahrzunehmen und zu beobachten. Hierzu lade ich Dich mit folgender Übung ein:
Wir können Gefühle in den Extremmomenten zunächst am besten wahrnehmen. Deshalb schlage ich vor, dass Du für 7 Tage darauf achtest wie es sich anfühlt, wenn etwas geschieht, was Du sehr gerneoder überhaupt nicht magst. Wo fühlst Du es in Deinem Körper? Was machte es mit Dir? Hattest Du schon eine Art Vorgefühl? Gab es bestimmte Gedanken, die damit einher gingen? Schreibe alles ganz unzensiert auf (auch wenn es Dir zunächst noch so abwegig oder unwichtig vorkommt) und vergleiche Deine Notizen am Ende der Woche. Es kann sein, dass Dir schnell ein Muster auffällt, welches Dir Hinweise darauf gibt, wie sich positive und negative Rückmeldungen Deiner inneren Weisheit anfühlen.

3. Höre auf Deinen Körper

Auf unser Bauchgefühl zu hören, wenn es um Entscheidungen und Erlebnisse geht, ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite stellt die Verbindung zu unserem Körper dar. Auf unseren Körper zu hören ist tatsächlich heutzutage schwieriger als gedacht. Lebensbedingungen, Nahrungsangebot und Stresslevel bringen uns immer weiter von unserem Tempel weg. Ja, unserem Tempel - denn der Körper ist der Tempel unserer Seele, unseres Seins. Dementsprechend sollten wir ihm auch das Maß an Aufmerksamkeit zukommen lassen, welches ihm gebührt. Wir essen zu viel, was uns nicht gut tut, gehen zu Zeiten schlafen, die für uns eigentlich nicht passen und überanstrengen uns im Alltag, um bloß alles erledigt zu haben. Eine kleine Anfangsübung kann Dich darin unterstützen, wieder mehr in Kontakt mit Deinen körperlichen Bedürfnissen zu kommen:
Wenn du Hunger verspürst, dann höre einmal GENAU in Dich hinein, wonach Dein Körper sich sehnt. Es mag vielleicht nicht gleich eine Sache deutlich werden, sondern es können sich mehrere Optionen auftun. Dann ermuntere ich Dich, Deine Augen zu schließen und Dir jeden einzelnen Essensvorschlag mit Deinen Sinnen vorzustellen. Fühle, rieche, sehe und schmecke ihn in Deiner Vorstellung und nimm gleichzeitig wahr, was es in Deinem Körper bewegt. Es wird eine Variante geben, die in Dir ein stimmigeres, lustvolleres oder einfach angenehmeres Gefühl bewirkt, selbst wenn es sich nur um eine kleine, fast unmerkliche, Nuance handelt. Wähle genau diese Mahlzeit aus und nimm während und nach dem Essen wahr wie Dein Körper sich damit fühlt.
Manchmal sehnt sich unser Körper nach für uns ungesunden Nahrungsmitteln. Dabei kann es sich entweder um solche handeln, die ein starkes Verlangen in uns bewirken (z.B. Koffein, Zucker usw.) oder aber es gibt einen guten Grund, warum wir auch mal ausnahmsweise genau diese Stoffe brauchen. Auch das können wir lernen bewusst wahrzunehmen, um dann für uns zu sortieren, worin die Ursache des Verlangens liegen könnte. Verbote gibt es nicht, denn diese sind statisch. Ich folge dem Fluss des Lebens und respektiere, dass (m)ein Körper ständiger Veränderung unterliegt und stets neu betrachtet werden möchte.

4. Geh in die Dankempfindung

Dankbarkeit ist ein solch kraftvolles Gefühl und gleichzeitig geben wir ihr viel zu selten Raum in unserem stressigen Alltag. Doch diese nicht nur mit Worten zu äußern, sondern in vollen Zügen auch in uns zu spüren, bietet so viel heilsame Energie. Deshalb versuche doch mal für eine Woche abends vor dem Einschlafen innezuhalten und mindestens 3 Dinge zu sammeln, für die Du mit jeder Faser Deines Seins Dankbarkeit spürst. Schließe dann Deine Augen, nimm das aufkommende Gefühl in Dir wahr und lass es friedvoll wirken.

5. Zeit für sich

Als hochsensible Person brauchst Du Ruhezeiten, in welchen Dein Geist sich erholen kann. All die Eindrücke des Tages wirken wie eine Dauerbeschallung auf Dich ein und die Klärung des eigenen Raumes ist ein notwendiger Bestandteil des Gesundbleibens. Gib Dir selber die Achtung und Zuwendung, Dir diese Ruhezeiten einzuräumen. Überlege genau, wieviel Zeit Du benötigst und was für Dich eine Tätigkeit des Auftankens sein kann. Ein Spaziergang, ein Bad, Meditation, ein Tee/Kaffee für Dich allein… das hängt ganz individuell von Dir ab. Es muss sich dabei nicht immer um lange Auszeiten handeln, sondern auch 10 Minuten können richtig genutzt für eine Erholung sorgen. Mache Dir im ersten Schritt eine Liste mit 5 möglichen Tätigkeiten unterschiedlichen Zeitumfanges, welche für Dich in Frage kämen. Warum Optionen mit unterschiedlicher Dauer? Ich empfehle es, damit Du Dir eben auch Situationen überlegst, die Dir mit wenig Zeitaufwand neue Energie bringen können. Es hilft Dir nicht auf dem Papier tolle, aber zeitaufwändige Tätigkeiten zu haben, die sich im realen Alltag nicht umsetzen lassen. Deshalb suche für Dich kurz-, mittel- und langfristige Möglichkeiten heraus, dann kannst Du wählen. Im zweiten Schritt überlege Dir konkret wie Du sie umsetzen kannst und beziehe, falls notwendig, auch Personen Deiner Umgebung mit in die Planung ein.

6. „Nein“ bedeutet auch „Ja“ 

Mit der wichtigen Zeit für sich, geht auch die Notwendigkeit einher, ab und an zu Gunsten der eigenen Person „nein“ zu sagen- damit sagen wir eben zu uns „ja“. Dabei kann es sich um ein direkt ausgesprochenes „Nein“ handeln oder auch um eine innere Abgrenzung. Ein einfaches Beispiel ist z.B. das Telefon klingeln zu lassen, weil ein Gespräch gerade den eigenen Rahmen sprengen würde - auch wenn wir sehen, dass unsere Freundin am anderen Ende ist. Oder aber - falls noch möglich - abzunehmen und direkt mitzuteilen, dass wir nicht telefonieren können. Dies mag eine der Situationen sein, in der das „Nein“ noch leichter fällt, aber es gibt natürlich auch kniffligere Momente. Auch hier ist es hilfreich, wenn wir zunehmend lernen auf unsere innersten Bedürfnisse zu hören und danach zu handeln. Versuche einmal zu beobachten, wie oft Du eigentlich gern mal ein „Nein“ anstelle des „Ja“ sagen wolltest. Der erste Schritt ist stets die achtsame Wahrnehmung. Im nächsten Schritt ermuntere ich Dich es einfach mal in einer weniger herausfordernden Situation auszuprobieren (es soll wirklich für den Beginn nicht zu schwer sein 🙂 ). Vielleicht fühlt es sich ja sogar gar nicht so schlecht an…
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Nun hast Du bis hierhin gelesen und Dir die Zeit genommen. Vielen Dank dafür! Jetzt kannst Du möglicherweise auch nachvollziehen, warum ich zunächst all diese Aspekte im Bezug auf uns selbst ausgiebig beleuchtet habe. Haben wir diese 6 Schritte nämlich schon einmal für uns selbst begonnen und verinnerlicht, dann fühlen wir viel eher auch die innere Freiheit und Unabhängigkeit, sie für unsere Partner und Kinder geltend zu machen.

Je freier wir in uns selbst sind und je mehr wir uns mit Liebe begegnen, umso mehr können wir den Kontakt mit unseren Herzensmenschen in liebevoller Verbindung gestalten. 

Kleine Gedankenanregungen dazu:
Wann hast Du das letzte mal Deinem Partner oder Kind gesagt, was Du an ihm/ihr magst?
Kannst Du respektieren, wenn Dir Dein Kind widerspricht, weil sein Bauchgefühl ihm ganz klar etwas anderes sagt?
Ist es für Dich ok, wenn Dein Partner Zeit für sich braucht oder spürst Du dabei ein inneres Ziehen?
Teilst Du Deine Dankbarkeit täglich mit Deinen Liebsten?
Ist es für Dich ok, wenn Deine Familienmitglieder anstelle des vorbereiteten Essens nach etwas ganz anderem verlangen, weil sie genau spüren, dass ihr Körper das braucht?
Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Dir jemand ein „Nein“ zurückgibt?
Herzbaum rot

Eine wundervolle, machtvolle und zugleich einfache Übung, die ich noch zum Abschluss erwähnen möchte, ist das sogenannte „eye-gazing“:

Wir schauen unserem Gesprächspartner eine umschriebene Zeit in die Augen ohne zu sprechen (30- 60 Sek. können reichen). Lassen wir es wirklich geschehen, entsteht eine warme Herzenergie zwischen den Personen. In dieser Verbindung können wir uns dann im Anschluss gegenseitig z.B. 3 Sachen sagen, die wir aneinander mögen oder die unser Herz hüpfen lassen oder für die wir dankbar sind undundund. Die Möglichkeiten sind endlos. Was dabei passiert, ist, dass wir unser Herz öffnen, verbinden und dann unsere authentische Herzenswahrheit teilen. Konflikte und Ärger verschwinden und wir sind wieder ganz bei uns selbst angekommen. Und wie bereits erwähnt - sind wir bei uns selbst, dann sind wir auch offen für den Anderen.
Versuch das einmal und spüre in Dich hinein, was es mit Dir macht. Du kannst es sogar zunächst im Kontakt mit Dir selbst an einem Spiegel versuchen (Thema Selbstliebe…) oder eben kindgerecht adaptiert auch mit Deinen Zwergen durchführen. Auch wenn der Tag noch so gestresst war, bietet dieser Kontakt die Chance wieder Ruhe und Verbindung herzustellen.

Gerne stehe ich Dir oder Euch als Familie auf dem Weg zur vertieften Herzverbindung zur Seite und freue mich über Zuschriften.
Deine
Sonja 
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Sonja Lynch ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, lebt seit 2015 jedoch in Australien. Dort lebt sie auf der Familienfarm ihres Mannes. Sie züchten u.a. Rinder, haben frei lebende Pferde und erleben die Magie der Natur auf täglicher Basis. Seit 2018 bereichert ihr gemeinsamer Sohn das Familienleben. Ein Glück, welches mit Worten kaum zu beschreiben ist. Beruflich ist Sonja Diplom-Psychologin sowie Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin. In diesem Beruf arbeitete sie in Deutschland die Jahre vor ihrer Auswanderung und aktuell bemüht sie sich um die australische Anerkennung.

Des Weiteren hilft sie Menschen im Rahmen eines Retreatangebotes, oder auch einer Onlineberatung, zurück zu ihrer Herzverbindung zu finden. Mehr dazu unter
www.anahataretreataustralia.com

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