„Warum Windelfrei?“ – „Warum nicht!“

Die liebe Janina von www.leonina-frei-geborgen.com hat für meinen Blog einen Gastbeitrag zum Thema windelfrei  geschrieben. Windelfrei ist ein sehr interessantes Thema, mit dem wir uns schon mit unserem ersten Kind beschäftigt haben und beim Zweiten auch wieder praktizieren werden. Aber lest selbst, was windelfrei ist und welche Vorteile es bringt.

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Ein Plädoyer für das sanfte, undogmatische und selbstbestimmte Trockenbleiben von Anfang an!

Klar, ich bin ein absoluter Fan von Windelfrei! Und ich weiß um die Vorteile. Kein Aber. Ich möchte dir erzählen, wieso Windelfrei kein Töpfchentraining der 40er Jahre ist und weshalb die Community wächst und wächst – trotz aller Vorurteile! Und: warum Windelfrei bedürfnisorientiert, nachhaltig, tückisch und niemals perfekt ist!

 

Windelfrei ist nicht gerade innovativ

Wenn du auch noch nicht von Windelfrei gehört hast, so weißt du doch, dass es eine Zeit vor Pampers und Konsorten gegeben haben muss. Richtig? Um genau zu sein, „bereichert“ die Wegwerfwindel, wie wir sie kennen und liebgewonnen haben, erst seit 1973 die deutschen Wickeltische. Das heißt, dass deine Eltern vermutlich selbst noch nicht mal Pampers trugen – und doch kann man sich heute schon einen Babypo ohne das Windelpaket mit Supersaugkern gar nicht mehr vorstellen. Die Marketingabteilungen dieses und anderer Windelhersteller haben eine wahre Glanzleistung vollbracht, denn, relativ gesehen, ist die Zeitspanne, in der wir nun schon Windeln aus Kunststoff kennen und nutzen, nicht mehr als bloß ein Sandkorn unter den Nägeln der Evolution.

Hast du eigentlich schon mal einen Babypopo nackig oder in einem Baby-Höschen gesehen und gehalten? Ohne Windel drunter? Wenn nicht, dann schau dich um. Die Welt ist voll davon. Nur musst du unsere westliche Komfortzone verlassen, um zu sehen, dass in anderen Kulturen seit jeher Normalität ist, was wir hier vielleicht als neumodisches Übermutter-Hobby abstempeln wollen.

Windelfrei ist absolut keine Neuheit. Windelfrei ist das, was bleibt, wenn in einem liebevollen Haushalt die Wegwerfwindeln plötzlich vergriffen sind und dein Wickeltisch leer ist.

Windelfrei ist nicht das, was es nie gewesen ist!

Ich möchte eines klarstellen – die Wegwerfwindeln waren und sind ein Segen, wenn man sich den Vergleich zu damaligen Wickeltechniken in Deutschland vor Augen hält. Meine Mutter erzählte mir neulich von den engen Taucheranzug-ähnlichen Höschen, in denen die Bakterien bei Feuchtigkeit eine All-you-can-eat-Party starteten, von gewickelten Stofftüchern, die die Neunfachmutter per Hand auswaschen musste - und von dubiosen Methoden, um die Kacka frühzeitig im Töpfchen statt in der Hose landen zu lassen.

Denn damals war es auch für die Eltern von Vorteil, wenn das Kind früh trocken war. Der (scheinbare) Windelkomfort von heute macht es Eltern natürlich leicht zu sagen, sie lassen ihr Kind in Windeln, bis es nach ein paar Jahren selbst den Weg aufs Töpfchen oder die Toilette findet. Aber Windelfrei ist nicht das, womit einige es jetzt vielleicht assoziieren möchten: Mit an Stuhlbeine aufs Töpfchen gefesselten Kindern (ja, das gab’s!), mit Beschämung, Lob und Bestrafung, mit Kitaverboten (wie in der DDR, wenn das Kind noch nicht trocken war), Konditionierung und Abrichten, mit Zwang oder Druck.

Windelfrei ist keine Methode sondern eine Einstellung!

Wer dir verspricht, mit Windelfrei ist dein Kind in genau 7 (wahlweise Tagen, Wochen oder Monaten) trocken, dem traue keinen Meter über den Weg. Ja, im Netz kursieren so einige höchst dubiose kostenpflichtige Angebote dazu, wie dein Kind von jetzt auf gleich die Toilette benutzt und dabei noch deine Steuererklärung und den Hausputz übernimmt. Das ist weder Windelfrei noch realistisch.

Denn Windelfrei ist keine Methode, es ist eine Einstellung deinem Kind, eurer Beziehung und seinen Ausscheidungen gegenüber. Es gibt kein klares Rezept, wie dein Kind funktioniert und was unter Garantie so und so Erfolg verspricht. Windelfrei hält, was es verspricht – nämlich nichts! Jedes Kind ist anders und die physiologischen Entwicklungen kannst du nicht erzwingen. Du kannst dein Kind nicht zum Wahrnehmen des Blasendrucks, geschweige denn zum Pinkeln selbst zwingen, genauso wenig, wie du es zum Fahrrad fahren können zwingen kannst.

Du kannst aber wahrnehmen, wann dein Kind auch mal aufs Rad steigen möchte, du kannst eines kaufen oder leihen, zunächst ein Dreirad besorgen oder dein Kind eine Strecke im Kindersitz mitnehmen, solange es selbst noch nicht fahren kann. Ob dein Kind es dann in 7 Tagen alleine hinbekommt, kann dir wohl keiner versprechen, mehr noch, es ist egal. Denn jedes Kind ist anders! So lange du es in seinem Bestreben, sich den Fahrtwind um die Ohren sausen zu lassen, unterstützt, ist es egal, ob es nun schon unfallfrei fährt oder nicht. Der Tag wird kommen, wo dein Kind weder Stützräder noch dich braucht, um sicher mit dem Rad zu fahren.

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Windelfrei ist bedürfnisorientiert

Dein Kind zeigt also ein Bedürfnis auf – und du reagierst darauf. Du hilfst ihm, solange es dem noch nicht selbst nachkommen kann. Das findest du für andere Bereiche sicher ganz normal, oder? Wenn dein Baby aufzeigt, dass es Nahrung braucht, bietest du ihm die Brust oder die Flasche, so lange bis es sich den Apfel auf dem Wohnzimmertisch selbst holen und an ihm knabbern kann. Und du erkennst, wenn dein Baby müde wird, und wiegst es in den Schlaf, oder legst dich mit ihm ins Bett, solange bis es selbstständig in den Schlaf findet.

Windelfrei ist Kommunikation

Niemand käme auf die Idee, die Kommunikation in den genannten Bereichen im Keim zu ersticken. Nun, obwohl, wer weiß, wäre es gesellschaftlich anerkannt, würde eine Magensonde das Baby vielleicht durchgehend versorgen, sodass es sich für Hunger nicht melden und auch sein Spiel nie unterbrechen müsste. Ok, ich werde hier vielleicht gerade polemisch. Aber das „Elektrische-Mami-mit-384-Funktionen-um-mein-Baby-still-zu-kriegen“-Gerät gibt es bereits. Du legst dein Baby hinein und brauchst dich um die Kommunikation nicht mehr kümmern. Das Gerät puckt, schaukelt, „beruhigt“. Irgendwie beängstigend, oder?

Unter diesem Aspekt betrachtet ist die Windel eine Dämmvorrichtung der Kommunikation zwischen betreuenden Personen und Baby. Das Bedürfnis der Ausscheidung muss nicht mehr kommuniziert werden, denn die Windel „kümmert“ sich drum. Das mag für praktisch erachtet werden. Doch irgendwann wirst du nicht umhinkommen, dich auf die Ausscheidungskommunkation mit deinem Kind einzulassen. Spätestens, wenn es sich nicht mehr wickeln lassen möchte oder es mit drei, vier, fünf Jahren noch nicht weiß, was da unter dem Kunststoffhöschen geschieht, das ihn seit Geburt Tag und Nacht begleitet.

Windelfrei ist Respekt und Würde

Und nun mal ganz ehrlich – ist es schön, ist es würdevoll, hygienisch, ist es respektvoll und ist es liebevoll, das Baby seine Ausscheidungen am eigenen Körper verrichten zu lassen? Es bestenfalls danach erst zu wickeln, schlimmstenfalls viel später? Noch zugespitzter: Dem Baby beim Einkacken zuschauen und wissentlich mit dem Wickeln warten – denn der eigene Kaffee ist ja noch trinkwarm und hat Vorrang. Natürlich sind auch die meisten wickelnde Mütter um das Wohl und die Würde ihres Babys bemüht, aber wenn das Augenmerk auch auf der Ausscheidungskommunikation liegt, kann eine schmutzige Windel sofort entfernt werden. Und was liegt da näher, als diese beiden Schritte umzudrehen? In Kommunikation zu treten, BEVOR das Baby sich selbst einmachen muss? Ihm einfach die Möglichkeit dazu geben. So wie ich versuchen möchte, meinem Baby eine Schlafsituation zu bieten, bevor es ganz erledigt weinend am Boden liegt. Eigentlich logisch, oder?

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Windelfrei ist nicht gleich Windelfrei

Ok ich sag‘ es gleich: Die intuitive Supermama, die auch drei Räume weiter merkt, wenn das Baby mal muss, deren 8 Kinder alle ohne Windeln und ohne jegliche nasse Hosen groß wurden, und die in reinster göttlicher Kommunikation mit ihrem Kind schwebt, bis es dann mit zehn Monaten endgültig trocken ist, ist die absolute Ausnahme. Das kann eine Lini Lindmayer oder eine Ingrid Bauer. Aber nicht unbedingt die Liselotte von nebenan. Und das ist auch nicht das Ziel des Ganzen!

Windelfrei ist das, was DU draus machst (natürlich unter der Beherzigung aller ethischen Grundsätze). Darum heißt es in den USA auch „Elimination Communication“ (zu Deutsch auch „Ausscheidungskommunikation“), in Großbritannien „Baby led potty training“ (also das vom Baby geleitete Lernen, das Töpfchen zu nutzen) oder hier auch „Topffit“, „sauber bleiben“ oder „natürliche Säuglingspflege“. Denn Windeln kannst du nutzen, oder nicht; du kannst trotzdem vollzeit mit Wegwerfwindeln wickeln oder für draußen windelfreitaugliche Stoffwindeln nutzen; du kannst es mit der Geburt oder mit einem Jahr beginnen; du kannst dein Baby oft nackt lassen, du kannst es in die Kita bringen und du darfst dich auch mit Windelfrei-Kind unter Leute wagen.

Der Begriff „Windelfrei“ ist absolut irreführend, denn er suggeriert, dass ihr immer und auf jeden Fall ohne Windeln unterwegs seid. Weder ist das notwendig bei Windelfrei, noch ist es die Normalität bei uns. Wenn dein Kind manchmal, oft oder immer ganz ohne Windeln sein kann, ist das wunderbar! Es ist aber keine Voraussetzung für Windelfrei. Soweit verwirrend?

Windelfrei bedeutet Freiheit

Ich nutze den Begriff trotzdem. Warum? Weil erstens in Deutschland kein Schwein wüsste, wovon ich spreche, wenn ich sage, ich mache mit meinem Kind „Elimination Communication“. Und zweitens, weil in dem Begriff etwas Wahres steckt. WindelFREI kannst du als die Einstellung definieren, dass du keine Windeln brauchst, wenn du nicht willst, oder du aber doch so FREI bist, welche zu nutzen. Dass du FREI von Wickeltischen leben, FREI vom gesellschaftlichen Windelzwang sein kannst und vor allem FREI von der Abhängigkeit der Industrie. Und dass du dich einfach FREI fühlst!

Und damit geht Windelfrei Hand in Hand mit dem Versuch, der überschwemmenden Baby-Industrie, die uns nur zu oft weiß machen will, mein Baby benötige unbedingt dieses und jenes, ein Schnippchen zu schlagen. Mein Gott, wie bin ich froh, dass ich nicht ständig das Sortiment der Budni-Baby-Abteilung im Blick haben muss, um immer an meinen Vorrat an Gläschen, Brei, Pre-Milch und Windeln zu gelangen, noch bevor die anderen Mamas mir die letzte Packung im Regal vor der Nase wegschnappen. Aber sein wir ehrlich: Ich bin ebenfalls dankbar, dass eine Mutter zur größten Not auch auf Budnis Baby-Artikel zurückgreifen kann.

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Windelfrei ist die Entscheidung deines Babys!

Babys brauchen also keine Windeln. Sie können sie tragen, wenn wir gerade auf ihr Ausscheidungsbedürfnis nicht eingehen können, oder das Baby mit anderen Dingen beschäftigt ist, oder um unsere neue Sesselgarnitur vor eventuellen Flecken zu schützen. Aber sie brauchen sie nicht. Mehr noch, sie wollen sie nicht!

Hast du es nicht auch schon oft miterlebt, dass dein Baby auf dem Wickeltisch lospullerte oder dir auf die weiße Bluse kackte? Und die Windel blieb trocken? Und hast du deinem Baby schon mal eine Baby-Massage gegönnt – ohne Windel? Dann weißt du, wie wohl sich dein Baby dabei gefühlt hat. Denn Wegwerfwindeln haben für das Baby nur Nachteile. Sie enthalten Schadstoffe, können ziemlich warm werden, lassen keine Berührungen im Intimbereich zu, können zu Ausschlag, Pilz und Bauchweh führen. Dein Baby hält ein – denn gegen eine Windel zu kacken, ist ganz schön unangenehm und schwierig. Wenn du dein Baby nicht explizit abhalten möchtest, dann gönne ihm zumindest ab und an eine windelfreie Strampelzeit – dein Kind wird es dir danken!

Kein Kind würde sich freiwillig vier Jahre lang eine Windel anziehen, wenn du es fragen würdest. Du freust dich doch auch, solange du noch nicht in so einem Ding sitzen und im Liegen kacken musst. Wenn du dein Baby fragen würdest, würde es Windeln, ein eigene Zimmer und selbst Schnuller verschmähen und sich nackig an dich klammern und nach deiner Brust suchen. Denn:

Windelfrei ist artgerecht!

Ein Baby will nicht nur nicht in die Windel machen, es will GAR nicht da machen, wo es lebt, isst und schläft. So wie auch die meisten Tiere sind wir evolutionstechnisch darauf gepolt, unser „Nest nicht zu beschmutzen“. Denn etwaigen Krankheiten sollte man nicht noch einen roten Teppich ausrollen. Darum werden Kinder, denen man nicht durch Windeln abtrainiert, die eigenen Ausscheidungen wahrzunehmen, in der Regel schneller trocken, viele pieseln nie im Tragetuch oder gehen dafür von Teppichen und dem Bett herunter oder in einen anderen Raum. Ums frühe Trocken sein ohne Hilfe geht es bei Windelfrei nicht – aber es zeigt, dass es uns in den Genen steckt, die Ausscheidungen nicht am eigenen Körper mit uns herumzutragen. Seien wir mal ehrlich – wer will das schon?

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Windelfrei ist eine Lebenseinstellung

Nun, Windelfrei heißt also, auf die Ausscheidungsbedürfnisse deines Kindes einzugehen und ihm durch Abhalten und Anbieten eines geeigneten Ortes bzw. durch das dahin Begleiten und durch das Unterstützen beim Erleichtern selbst (z.B. durch Entspannung) zu ermöglichen, auch ohne Windel oder ohne (allzu viel) Nässe in der Windel zu leben. Es hilft dem Kind, die Wahrnehmung für seinen Körper und für die Ausscheidungsvorgänge zu schärfen, in das selbstständige Trocken Sein sanft hineinzuwachsen und ihm Selbstbestimmung darüber zu geben, ob, wo und wie es ausscheiden möchte.

Wir als Eltern unterstützen unser Kind bei alledem. Wir sind der zweite Part im Dialog mit dem Baby, wir sind der Rahmengeber, wir sind das Sprachrohr unseres Kindes. Windelfrei heißt, sich darauf einzustellen, dass das Kind hier und jetzt mal aufs Töpfchen muss, und ich nicht erst meinen Kaffee austrinke und ein Nickerchen mache, obwohl ich weiß, dass mein Baby mit randvoller Windel herumläuft. Es heißt, dass ich, so weit möglich, immer in Kommunikation und Kontakt zu meinem Kind stehe, oder ihm signalisiere, wenn das mal nicht geht. Es heißt, dass ich meine Sinne auch für andere Bedürfnisse meines Babys schärfen kann. Und es heißt, dass ich mein Baby als von Geburt an kompetent darin betrachte, dass es die eigenen Körpervorgänge wahrnehmen kann.

Windelfrei funktioniert – nicht immer

Denn dein Baby wird mit Schließmuskeln, Darm, Blase und Nerven geboren und kann diese auch benutzen. Es merkt, wenn sich Luft im Darm befindet und kann zwischen Pups und Kacka unterscheiden. Es merkt, dass sich Pipi in der Blase füllt und der Druck darauf sich erhöht. Und es macht sich bemerkbar. Es kommuniziert, dass die Blase drückt oder der Darm voll ist. Und dann ist es an dir: Wartest du, bis dein Baby sich in die Windel erleichtert hat, oder gehst du auf seine Signale ein und bietest ihm einen Ort für seine Ausscheidung außerhalb seiner Windel an?

Um ein großes Missverständnis hier zu klären: Säuglinge können natürlich noch keine Stunden einhalten. Und sie können noch nicht selbstständig auf die Toilette laufen und schon gar nicht die Hose mit Reißverschluss öffnen und herunterziehen. Aber das brauchen sie auch gar nicht, dafür haben sie dich. So wie du ihm die Brust oder die Flasche gibst, weil es noch nicht selbstständig essen kann. Trotzdem kann dein Baby schlucken und verdauen. Und wie auch die Muskeln des restlichen Körpers mit den Monaten der Benutzung immer mehr ausreifen, reifen auch die Schließmuskeln und verbinden sich die Nerven, die die verschiedenen Empfindungen und Handlungen kombinieren.

Zu Beginn ist das aber noch gar nicht relevant, denn die Babys sollen ja gar nicht einhalten, wie es beim Trockenwerden von Kleinkindern der Fall ist, sondern sie lassen willkürlich los. Sie spüren bereits, wenn die Blase noch nicht randvoll ist, und entspannen die Schließmuskeln, sobald die Mutter oder der Vater Bescheid gibt, dass nun alles bereit zum Pieseln ist. Erst wenn Kinder durch die Windel (genau genommen durch das Nichtbeachten des Ausscheidungsbedürfnisses) das Gefühl für eine nur teilweise gefüllte Blase verlieren, müssen sie zunächst mal lernen, bis zum Töpfchen anzuhalten - wenn sie plötzlich von Null auf gleich ganz dringend müssen, weil die Blase zum Bersten voll ist, und sie es bis dahin nicht wahrgenommen haben oder einschätzen konnten.

Windelfrei ist eine Achterbahnfahrt

Wie bei jeder Sache kann man natürlich auch bei Windelfrei in den gut gemeinten Ehrgeiz abdriften. Man freut sich, wenn das Baby schon mit 7 Monaten tags und nachts ganz trocken und sogar ohne Windel ist. Bis das Baby plötzlich mobil wird und jedes Wickeln, jede Töpfchensitzung Verschwendung wertvoller Erforschungszeit ist. Manchmal gerät dann aus dem Blick, was doch so wichtig ist: Windelfrei ist auch nur ein Baustein von mehreren in eurer Beziehung. Dass die Babys Phasen haben, wo das eine oder andere nicht so klappt, wie du willst, ist ganz normal und gehört dazu. Bei Windelfrei wird einem das sehr bewusst!

Windelfrei ist verdammt cool!

Windelfrei ist schon lange nicht mehr seltsames Hobby der (ich greife das Klischee hier einfach mal auf) müffelnden Birkenstock tragenden, ansonsten hobbylosen Ökomami – denn auch Hipster-Muttis, Jung-Eltern und Büro-Papis haben gemerkt, dass Pampers keine Religion ist und nur Abhilfe schafft, wo wir verlernt haben, mit den Bedürfnissen unserer Kinder anders umzugehen. Windelfrei schont – wenn’s läuft - die Natur, deinen Geldbeutel, deine Nerven, Babys Gesundheit und stärkt eure Kommunikation in jeder Hinsicht! Es ist eine Möglichkeit, um noch besser zu erkennen, was dein Baby braucht und wie es ihm geht. Und es ist eine Möglichkeit, von früh an auch die Ausscheidungsprozesse und die damit verbundenen Fähigkeiten und Bedürfnisse deines Kindes zu würdigen und zu berücksichtigen.

Und was das Beste ist: Windelfrei verpflichtet dich zu nichts! Windelfrei ist eine Option – nicht mehr, nicht weniger. Du entscheidest, was du wie weit machst! Einen Versuch ist es jedoch allemal wert. Aber ich warne dich – wenn du erst mal angefangen hast, auf die Ausscheidungskommunikation deines Babys einzugehen, wirst du sie zukünftig kaum ignorieren können. Denn Windelfrei ist noch ein Weiteres:

Windelfrei ist Spaß, Freude und Freiheit!

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